Im zweiten Teil der Webcast-Serie im April 2026 zu den SAP Success Plans stellte Jesper Waaben, Chief Product Owner für die Advanced Success Plans im Bereich ERP, den Advanced SuccessPlan exemplarisch vor. Während der erste Webcast den Gesamtüberblick lieferte, ging es hier um konkrete Services, neue Formate wie Success Packs und die Frage, was sich gegenüber dem Vorgänger Preferred Success tatsächlich geändert hat. Anbei die Zusammenfassung, sowie die Folien und das deutsche Recording.
Was bleibt, was ist neu im Advanced Success Plan von SAP?
Waaben machte transparent, wo der Advanced Success Plan auf Bewährtem aufbaut und wo er Neuland betritt.
Was bleibt:
Die proaktive Partnerschaft, die technische und funktionale Unterstützung sowie die Release Guidance. Kunden, die Preferred Success kennen, werden viele Elemente wiedererkennen.
Was neu ist:
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Hands-on Activation: Der wohl greifbarste Unterschied. Unter Preferred Success durften SAP-Experten nicht in die Kundensysteme eingreifen – alles war „hands off”. Jetzt können sie neue Funktionalitäten direkt im System aktivieren und eine erste, leichte Konfiguration anleiten. Das muss natürlich mit dem Projektteam und gegebenenfalls dem Implementierungspartner abgestimmt werden.
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KI-gestützte Guidance: Eine in SAP Cloud ALM integrierte Lösung analysiert automatisch Systemdaten – insbesondere im Bereich SAP S/4HANA Private und Public Cloud – und leitet daraus Empfehlungen für Prozessverbesserungen, Funktionalitäten und Systemlandschaften ab.
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Abdeckung der gesamten Business Suite: Der Advanced Plan deckt nun End-to-End-Szenarien über die gesamte SAP-Lösungslandschaft ab.
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Verbesserte SLAs: 50 % schnellere Initial Response Times und beschleunigte Corrective Actions gegenüber dem Foundational Plan.
Die fünf Säulen des Advanced Success Plans
Der Advanced Plan ergänzt den Foundational Success Plan um fünf konkrete Bereiche:
1. Innovation and Adoption Guidance
SAP-Experten analysieren gemeinsam mit dem Customer Success Manager spezifische Funktionalitäten und Prozesse in der jeweiligen Lösung – auch funktionalitätsübergreifend. Daraus entstehen Empfehlungen: Welche Funktionalitäten lassen sich verbessern? Welche neuen Features sollten aktiviert werden?
2. Activation and Optimization Services
Hier werden die identifizierten Empfehlungen umgesetzt. SAP-Berater gehen ins System, aktivieren Funktionalitäten und leiten erste Konfigurationsschritte an. Waaben betonte: Die eingesetzten Experten sind erfahrene SAP-Berater aus dem Projektgeschäft – keine reine Support-Organisation.
3. KI-gestützte Qualitäts- und Prozess-Guidance
Die in Cloud ALM integrierte KI-Lösung nutzt gesammelte Systemdaten, um Erkenntnisse und Empfehlungen zu generieren. Voraussetzung: Cloud ALM muss aktiv genutzt werden, um den vollen Mehrwert zu realisieren.
4. Orchestrierung des Success Plans
Ein Punkt, den Waaben als häufig unterschätzt bezeichnete. Customer Success Manager und Success Plan Manager sorgen dafür, dass die richtigen Services zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Das Ziel: weg vom Gießkannenprinzip, hin zu gezieltem Service-Einsatz. Die Orchestratoren können zu jedem Thema in einer Lösung die passenden SAP-Experten hinzuziehen.
5. Enhanced Support SLAs
Konkret: 50 % schnellere Initial Response Times und beschleunigte Corrective Actions – für Kunden mit geschäftskritischen Systemen ein relevanter Faktor.
Abbildung: Gegenüberstellung des Advanced & Foundational Success Plan
Service Maps und Success Packs: Komplexität beherrschbar machen
Service Maps pro Lösung
Für jede SAP-Lösung – ob S/4HANA Public, S/4HANA Private, Supply Chain, Ariba, SuccessFactors, CX oder Business Data Cloud – gibt es eine eigene Service Map. Diese zeigt, welche Services konkret verfügbar sind: von fokussierten funktionalen Services bis hin zu transformativen Formaten wie dem Cloud Mindset Workshop.
Über alle Lösungen hinweg stehen die sogenannten Success Expert Services zur Verfügung:
- Value Management: Aufbau einer Baseline für Wertverfolgung über den gesamten Lösungs-Lifecycle
- Service Planning: Workshop-basierte Zuordnung der Kundensituation zu passenden Services, daraus entsteht ein konkreter Serviceplan
- Adoption Checkpoint: Experten prüfen die Lösung auf ungenutztes Potenzial und neue Funktionalitäten
- Innovation Checkpoint: Bewertung neuer Releases und Innovationen – einschließlich KI-Funktionen – für den konkreten Kundenkontext
Success Packs: Thematische Bündelung
Mit wachsendem Service-Volumen steigt die Komplexität. SAP begegnet dem mit Success Packs – thematischen Bündelungen zusammengehöriger Services. Beispiele:
- S/4HANA Public: Implementation Essentials, Finance Foundation, Finance Expansion (mit Services wie Advanced Financial Closing, Advanced Cash Operations, Group Reporting)
- S/4HANA Private: Clean Core, Business AI CoE, Finance Optimization, SAP Methodology
- Supply Chain/IBP: APO Transformation, Sales and Operations Planning, Demand Planning, Inventory Optimization
- Ariba, SuccessFactors, CX, BTP, Business Data Cloud: Jeweils eigene Success Packs
Grafik aus dem Webinar: SuccessPack am Beispiel von CloudERP Public.
Kunden müssen nicht alle Services eines Packs buchen. Die Packs dienen als thematische Orientierung und heben das Gespräch auf die Ebene von Prozessen und Geschäftsthemen statt einzelner Service-Tickets.
Business AI: Strukturierte Begleitung über alle Stufen
Das Thema KI zog sich als roter Faden durch den Vortrag. Jesper Waaben zeigte, wie die drei Plan-Stufen beim AI-Rollout ineinandergreifen:
- Foundational: Erste Guidance-Services im Self-Service-Format
- Advanced: Expert Advisory zu Governance, Compliance und Clean Core für KI. Workshops zur Identifikation von KI-Use-Cases. Aktivierung von Joule, Agents und intelligenten Apps. AI Business Readiness Workshops, um die Organisation vorzubereiten
- Max: Umsetzung identifizierter Use Cases in Prototypen und Individualentwicklungen
Die Services vom Advanced & Max Plan lassen sich einzeln buchen oder als durchgängige Begleitung auf der KI-Reise nutzen.
Darstellungen aus dem Webinar die zeigt, wie die Success Pläne bei der AI Adoption helfen.
Marktvalidierung: IDC und Forrester bestätigen den Ansatz
Zwei unabhängige Analysen von IDC und Forrester – durchgeführt mit Fokus auf Preferred Success aber durchaus vergleichbar – bestätigten drei zentrale Erkenntnisse:
- Zugang zu SAP-Expertise ist geschäftskritisch – bei den hohen Investitionen in SAP-Systeme brauchen Kunden direkten Zugang zu Herstellerwissen
- Geschäftsanwender erwarten schnelleren Nutzen aus IT-Investitionen, was den Druck auf IT-Abteilungen erhöht
- KI verändert Softwarelandschaft und Investitionshorizonte radikal – Kunden suchen gezielt Unterstützung bei der Einordnung
Kunden mit Success Plans kommen laut den Analysen schneller und sicherer ins Ziel mit ihren Projekten. Details zu den Studien finden sich hier auf der sap.com Seite zu den Advanced Success Plans.
Aussagen aus dem Webinar
Anbei einige Aussagen von Jesper, die ich pointiert fand.
„Früher durften wir mit Preferred Success nicht in die Systeme reingehen. Jetzt dürfen wir mit Hands-on Activation neue Funktionalitäten aktivieren und eine leichte Konfiguration anleiten.”
„Mit den Success Plans kriegen Sie SAP an die Hüfte geschnürt – und Sie können, wenn Sie wollen, einfach von der Hüfte einen Experten hochziehen.”
„Ich habe in den letzten Jahren sehr oft gesehen, dass wir Services pushen, um einfach Services zu pushen – aber nicht notwendigerweise die richtigen. Diese Orchestrierung ist nicht zu unterschätzen.”
„Wir können uns nicht leisten, KI nicht anzugehen. Und da kann man die Success Plans als Unterstützung und Begleitung dafür benutzen.”
„Wir haben schon in den ersten zwei Monaten mehr als 200 Kunden, die Advanced Success Plans gekauft haben.”
Praktische Tipps für die Umsetzung
- Cloud ALM aktiv nutzen: Die KI-gestützte Guidance setzt voraus, dass Cloud ALM im Einsatz ist. Wer hier früh investiert, profitiert stärker von den analytischen Services.
- Success Packs als Einstieg nutzen: Statt einzelne Services aus dem Katalog zu wählen, bieten die thematischen Bündelungen eine bessere Orientierung – etwa „Clean Core” oder „Finance Expansion”.
- Orchestrierung ernst nehmen: Nutzen Sie den Customer Success Manager aktiv, um die richtigen Services zur richtigen Zeit zu identifizieren. Nicht die Menge der gebuchten Services zählt, sondern deren Passung.
- Hands-on Activation mit dem Projektteam abstimmen: Die neue Möglichkeit der direkten Systemaktivierung ist wertvoll, sollte aber immer in Abstimmung mit internen Teams und Implementierungspartnern erfolgen.
- KI-Readiness als Einstiegsthema wählen: Die AI Business Readiness Workshops im Advanced Plan helfen, die Organisation vorzubereiten, bevor konkrete Use Cases umgesetzt werden.
- Value Management von Anfang an einsetzen: Die Baseline für Wertverfolgung früh zu legen, macht den Nutzen der Success Plans messbar und argumentierbar.
Resümee
Der Advanced Success Plan ist die konsequente Weiterentwicklung von Preferred Success – mit dem entscheidenden Unterschied, dass SAP-Experten jetzt direkt im System arbeiten dürfen. Die Einführung von Success Packs als thematische Bündelungen adressiert das Komplexitätsproblem eines wachsenden Service-Portfolios. Mit bereits über 200 Kunden in den ersten zwei Monaten zeigt sich, dass der Markt das neue Modell annimmt.
Die durchgängige KI-Integration über alle Plan-Stufen hinweg positioniert die Success Plans als zentralen Baustein für Unternehmen, die ihre SAP-Landschaft zukunftsfähig aufstellen wollen. Jesper hat exemplarisch schön gezeigt, wo der Advanced Success Plan einen Unterschied macht – auch bei AI.
Was mich persönlich freut: Das Thema Lernen und Adoption wird nicht als Nebenschauplatz behandelt, sondern ist strukturell in die Success Plans eingebaut – von den Learning Journeys im Foundational Plan bis zur AI Business Readiness im Advanced Plan.
Wo finden sich weiterführende Informationen zu den Success Plänen? Im Überblicks Blog sammeln wir Links und Informationen: SAP Success Pläne – Der Guide zum neuen SAP Support und Service Modell 2026
Zusätzlich ist am 25.06. ein Vor-Ort Event geplant in Walldorf – Details finden Sie hier.
FAQ
Was unterscheidet den Advanced Success Plan von Preferred Success?
Der Advanced Plan baut auf Preferred Success auf, bringt aber wesentliche Erweiterungen und Neuerungen: Hands-on Activation erlaubt SAP-Experten erstmals, direkt in Kundensystemen Funktionalitäten zu aktivieren und leichte Konfigurationen anzuleiten. Hinzu kommen KI-gestützte Guidance über Cloud ALM, verbesserte SLAs und eine breitere Abdeckung der gesamten Business Suite. Interessant ist auch zu wissen, dass Elemente von Preferred Success Expanded Edition beim Advanced Plan dabei sind – was früher eine noch teurere Edition war. Damit bekommen Kunden mehr für weniger Kosten.
Gibt es eine maximale Anzahl an Beratungstagen oder Tickets im Advanced Plan?
Nein. Die Anzahl der Services im Advanced Plan ist nicht limitiert. Kunden können so oft und so viele Services buchen, wie sie benötigen.
Was sind Success Packs?
Success Packs sind thematische Bündelungen zusammengehöriger Services – etwa „Clean Core”, „Finance Expansion” oder „Demand Planning”. Sie dienen als Orientierungshilfe und heben das Gespräch von einzelnen Service-Tickets auf die Ebene von Geschäftsthemen und Prozessen. Kunden müssen nicht alle enthaltenen Services buchen.
Welche Rolle spielt der Implementierungspartner im Success-Plan-Konzept?
SAP tritt mit den Success Plans nicht in Konkurrenz zu Implementierungspartnern. Die Hands-on Activation muss mit dem Projektteam und gegebenenfalls dem Partner abgestimmt werden. SAP liefert Expertise zu Best Practices, Standards und Architektur – Implementierung kann beim Partner bleiben.
Muss ich Cloud ALM nutzen, um vom Advanced Plan zu profitieren?
Für die volle Nutzung der KI-gestützten Guidance ist Cloud ALM die Voraussetzung. Die übrigen Services – Activation, Adoption Guidance, Expert Advisory – sind davon unabhängig nutzbar.
Welche Experten liefern die Advanced-Services?
Die eingesetzten Experten sind erfahrene SAP-Berater aus dem Projektgeschäft und erfahrene Customer Success Experten, die Services für Advanced und teilweise Max liefern – keine reine Support-Organisation.
Für welche SAP-Lösungen gibt es Service Maps?
Service Maps existieren für S/4HANA Public, S/4HANA Private, Supply Chain/IBP, Ariba, SuccessFactors, Customer Experience (Sales & Service Cloud, Commerce Cloud, Marketing Cloud), BTP und Business Data Cloud.
Wie unterstützt der Advanced Plan konkret bei Business AI?
Im Advanced Plan stehen Expert Advisory zu KI-Governance und Compliance, Workshops zur Identifikation von KI-Use-Cases, AI Business Readiness Workshops sowie die Aktivierung von Joule, Agents und intelligenten Apps zur Verfügung. Er unterstützt somit entlang jeder Stufe Ihrer AI Adoption. Für die Umsetzung identifizierter Use Cases in Prototypen ist der Max Plan erforderlich.
Gibt es bereits Erfahrungswerte aus dem Markt?
Ja. In den ersten zwei Monaten nach Launch haben bereits mehr als 200 Kunden den Advanced Success Plan gekauft. Unabhängige Analysen von IDC und Forrester bestätigen, dass Kunden mit Success Plans schneller und sicherer ihre Projektziele erreichen.



