Am 3. Juni fand sie in der neu gestalteten VIP Lounge der SAP Arena statt: Die Siegerehrung der SAP Quality Awards 2026.
Als Vertreter der SAP hielt André Herter, Head of Customer Success Management Middle & Eastern Europe die Key Note der Veranstaltung, in dem er auf das Projektmanagement als spannendes Geschäft hinwies, das Außenstehenden zu Unrecht manchmal wie eine langweilige Steuererklärung erschien.
Irini Kalamaris, Head of Active Quality Management der SAP Deutschland für die Region MEE führte in die Veranstaltung ein, die Sie mittlerweile seit 22 Jahren leitet und weiterentwickelt, bedankte sich bei den Kunden und Partnern und betonte: „die Anzahl und das Niveau der eingereichten Projekte war dieses Jahr besonders hoch. Dafür danken wir insbesondere unseren Partnern, dies mit ermöglicht zu haben “.
Alle Gewinner wurden mittels einer Vorauswahl gesichtet, ehe ihnen die ebenfalls umfangreiche Nominierung zur Teilnahme durch Implementierungspartner oder SAP empfohlen wurde. „Auch wenn wir zusätzlich Grand-Winner küren: Gewinner sind alle 15 hier vertretenen Projekte”, versicherte Quality Director der MEE, Irini Kalamaris.
Die Kür des Grand Winners ist Höhepunkt der jährlich ausgetragenen Quality Awards, die dieses Jahr im Vorfeld eines besonderen Handball-Matches „der Löwen“ gegen Hannover stattfand, in dessen Anschluss sich Patrick Groetzki von seinen Fans aus seiner aktiven Spielerkarriere mit einem persönlichen und emotionell mitreißenden Rückblick verabschiedete.
Jede Art von SAP Projekt in diesem Wettbewerb kann gemessen an den zehn bewährten SAP Qualitätskriterien potentiell erfolgreich sein. Dazu wurden die Projekte nach “Gewichtsklassen” ins Rennen geschickt anhand von Kategorien, die Großprojekte von kleinen, schnelleren Implementierungen oder die beteiligten SAP Lösungen unterschieden, um die Vergleichbarkeit zu verbessern.
Die Kategorie “Rapid Time to Value”
soll kleineren und innovativen Projekten eine Plattform bieten. Die Jury prüfte Projekte, die für weniger als 600 Nutzer, mit weniger als 1000 Personentagen Gesamtaufwand nicht mehr als sieben Monate an Zeit von Kickoff zu Go Live beansprucht wurde. Zwei von drei „rapid“-Merkmalen mussten erfüllt sein. Durchweg setzten sich hier SAP Cloud Projekte durch:
- Die GWH Wohnungsgesellschaft mbH realisierte gemeinsam mit der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft innerhalb von 6 Monaten den Aufbau einer zentralen Finance Data Platform auf Basis der SAP Business Data Cloud (SAP Datasphere und SAP Analytics Cloud, kurz BDC). Herzstück ist eine durchgängige End-to-End-Prozesskette, die sämtliche Werteflüsse des Unternehmens in einer neuen, integrierten Systemstruktur abbildet und in einer gemeinsamen Datenbasis als Single Point of Truth zusammenführt. Finanz- und Steuerungsinformationen werden damit konsistent, transparent und adressatengerecht aufbereitet – ohne manuelle und revisionskritische Zwischenschritte. BDC stellt somit die skalierbare Grundlage für eine zukunftssichere und datengetriebene Unternehmenssteuerung bereit.
- Die Robert Bosch GmbH migrierte mit seinem Bosch Kern-Team vier produktive Instanzen der Bosch Commerce Platform – inklusive der zentralen Core-Plattform BCPaaS – auf SAP Commerce Cloud. Der Fokus lag auf digitalen Commerce-Prozessen mit stabilem Plattformbetrieb, Checkout-Stabilität, Integration und skalierbarem Cloud-Betrieb. Durch einen sequenziellen Core-first-Ansatz konnten die produktiven Go-Lives kontrolliert und ohne gravierende Geschäftsunterbrechungen umgesetzt werden – auf einer Plattform mit einem Umsatzvolumen von rund einer Milliarde Euro. Die cloudbasierte und upgradefähige Plattform ist damit langfristig supportfähig und schafft eine stabile Basis für zukünftige Innovationen und die weitere Plattformentwicklung.
- Die SAT Anlagentechnik GmbH mit Partner HPC Aktiengesellschaft implementierte für ihre Engineering to Order Prozesse innerhalb von 11 Monaten die SAP S/4 HANA Cloud Public Edition. Die Logistik im Kerngeschäft, wie Lagerliftanbindung, die PLM-Si Schnittstelle, Trade Compliance, sowie Customs Management standen im Vordergrund. SAP Ariba Central Invoice Management, SAP Analytics Cloud, SAP Concur sowie Enterprise Project Portfolio Management und Supplier Performance Risk Management waren zentral für den Projektumfang. Der Back-to-Standard Ansatz verschlankte die ERP Landschaft. Altlasten sowie komplexe Z-Tabellen wurden systematisch durch SAP Standard abgelöst.
- Die Syntegon Technology GmbH migrierte gemeinsam mit SAP SE und weiteren Partnern in fünf Monaten die Systeme von 47 Standorten — inklusive SAP ERP, SAP Global Trade Services, SAP Business Warehouse, Content Server und rund 400 Schnittstellen — auf RISE with SAP auf AWS und reduzierte GTS‑Anpassungen mittels Fit‑to‑Standard‑Ansatz um 90 %. Die HANA DB erhöhte die Plattform‑Performance signifikant und lieferte durchschnittlich rund 50 % schnellere Verarbeitungszeiten sowie deutlich höhere Verfügbarkeit gegenüber der vorherigen AIX/Oracle‑Umgebung. Gleichzeitig profitierte das Unternehmen von mehr Flexibilität für neue Prozesse, geringerem Wartungsaufwand und beschleunigten Folgeprojekten, was sich in messbaren Geschäftsergebnissen niederschlug.
Als Grand-Winner prämierte die Jury die Robert Bosch GmbH.
In der Kategorie “rapid time to value – S/4HANA”
entschloss sich die Jury dieses Jahr zusätzlich drei Gewinner besonders hervorzuheben, bei denen jeweils die S/4HANA Lösung in der On-premise, Private oder Public Cloud in maximal sieben Monaten produktiv gesetzt wurden:
- Die Leifheit Aktiengesellschaft mit Partner Hicron Sp. z o.o. hat in etwa sechs Monaten für neun Standorte in Europa eine RISE with SAP S/4 HANA brownfield conversion seines SAP ERP mit vorgezogenem Go Live projektiert. Mit erhöhter Effizienz in den laufenden S/4 HANA Prozessen arbeitet Leifheit an weiteren Innovationen und Einsparungszielen. Geplant sind u.a. SAP Business Data Cloud und SAP Analytics Cloud als zentraler Datenpool und Steuerungstool. Konzipiert wird aktuell Situation handling mit SAP Embedded Analytics. Weitere Prozesse wie das Dispute Management in S/4 HANA werden erschlossen und die Nutzung der SAP Business Technology Plattform soll ausgeweitet werden, um zum Beispiel das Order Management zu automatisieren.
- Die MAXIM Markenprodukte GmbH & Co. KG mit Partner Innovabee Group GmbH & Co. KG unternahm den SAP S/4HANA On-premise Roll-out bei Tochtergesellschaft International Can für Finanzwesen, Einkauf, Sales&Distribution, Logistics&Warehouse, Produktionsplanung sowie Supply Chain Prozesse in sieben Monaten. Dabei wurde ein Template für weitere Clean Core Rollouts in der Maxim Gruppe geschaffen und Best Practice Ansätze der SAP verfolgt. Gerade die Supply Chain aber auch weitere End-to-End Prozesse erfuhren eine Vereinheitlichung und höhere Transparenz bei reduzierter IT-Komplexität. Für die Zukunft wurde eine bessere Datenbasis für Reporting und Analysen in der Maxim-Gruppe geschaffen und Betriebskosten wurden nachhaltig gesenkt.
- Die RealCore Industry & Materials GmbH hat im Rahmen eines Carve-outs gemeinsam mit SAP SE in weniger als vier Monaten SAP S/4HANA Cloud Public Edition und die SAP Business Technology Platform eingeführt. Die Lösung für zwei Gesellschaften in Deutschland und Polen umfasst zentrale Prozesse in Finanzwesen, Controlling, Beschaffung sowie projekt- und servicebasierter Abrechnung. Mit dem Go‑Live wurde die operative Handlungsfähigkeit sichergestellt und gleichzeitig die Grundlage für eine moderne, skalierbare Cloud‑Architektur geschaffen. Standardisierung und Automatisierung haben die Transparenz und Effizienz verbessert und die Systemkomplexität nachhaltig reduziert.
Zum Grand-Winner wurde RealCore Industry & Materials GmbH gekürt.
Die “Sustainability” Kategorie für innovative Projekte wurde zugunsten der zahlreichen hochwertigen Bewerbungen in den übrigen Kategorien diesmal zurückgestellt.
In der Kategorie “Business Transformation – On-premise”
entschloss sich die Jury dazu vier Gewinner zu prämieren, deren Projekte in Punkto Qualität und Projektanspruch in der höchsten Liga spielten. Und hier sind sie:
- Die Landeshauptstadt Wiesbaden mit Partner Nagarro SE stellte ihre SAP-Systeme auf SAP S/4HANA mit einem Greenfield-Ansatz in 30 Monaten bis zum termingerechten Go Live um. Im Scope waren die Financials- und Einkauf-Komponenten des SAP ERP sowie Public Sector Contract Accounts Receivable and Payable für die Kernverwaltung und zwei Eigenbetriebe. Neben der erreichten Betriebsstabilität punkten als Geschäftsvorteile medienbruchfreie Abläufe und erhöhter Benutzerkomfort mit FIORI. Die Sicherung des SAP Wissens in vollständiger Prozess- und Lösungsdokumentation sowie das neu implementierte Testmanagement sichern die Minimierung von Kostenrisiken in Folge von Fluktuation sowie die beschleunigte Durchführung zukünftiger Projekte.
- Die MANN+HUMMEL GmbH hat gemeinsam mit der cbs Corporate Business Solutions GmbH eine der umfassendsten S/4HANA-Transformationen im deutschen Mittelstand realisiert: 35 Milliarden Datensätze, 96 Gesellschaften weltweit, migriert an einem einzigen Wochenende. In nur drei Jahren wurde das über Jahrzehnte gewachsene SAP ECC-System mit neun End-to-End-Geschäftsprozessen grundlegend modernisiert, von 62.000 Altentwicklungen befreit und mit einer um 60% schlankeren Datenbank auf eine zukunftsfähige Architektur überführt – termin-/budgetgerecht und ohne Produktionsunterbrechung. Zeitgleich zur S/4HANA-Migration wurden auch die Satellitensysteme GTS, APO und MDG neu aufgebaut und im selben Big Bang überführt. Das Projekt schafft damit die Basis für eine neue Ära datengetriebener Prozessexzellenz bei MANN+HUMMEL.
- Die Marc O’Polo International GmbH mit Partner KPS AG implementierte SAP S/4HANA RETAIL FOR MERCHANDISE MANAGEMENT, SAP S/4HANA for Fashion and Vertical Business, SAP Customer Activity Repository, SAP Extended Warehouse Management, SAP Business Planning and Consolidation sowie SAP Invoice Management by Opentext entlang der gesamten Wertschöpfungskette in vier Geschäftsbereichen und weltweit 14 Tochtergesellschaften. Die gestaffelten, an saisonalen Geschäftszyklen angepassten Rollouts erstreckten sich über eine Gesamtlaufzeit von 5 Jahren. Ausgehend von der Reduzierung der Prozess- und Schnittstellenkomplexität entstand eine konsolidierte Systemlandschaft für mehr Transparenz, verbesserte Produktverfügbarkeit und Marktanpassungsfähigkeit in einer integrierten Omnichannel-Lieferkette bei gesteigerter Effizienz in Planung, Beschaffung und den Order-to-Cash-Zyklen.
- Die Volkswagen AG hat gemeinsam mit dem Partner Accenture Dienstleistungen AG mit TranS/4m die bislang größte Finanztransformation im Unternehmen umgesetzt und das Projekt über sieben Jahre in einem dynamischen Umfeld resilient gesteuert. Ziel war es, für rund 500 Prozesse in der Finanzorganisation und der Compliance durch neue oder geänderte Funktionalitäten gezielter an den Unternehmensbedürfnissen auszurichten – auf Basis der konzernweiten Einführung von SAP S/4HANA und SAP Analytics Cloud für drei Marken und die Holding. Dabei konnten Betriebskosten und Risiken reduziert und zugleich Projektsynergien genutzt werden. Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der verbesserten Unterstützung von Geschäftsentscheidungen durch eine breitere Informationsbasis in Echtzeit, die zu einer nachhaltig verbesserten Gewinn-Kosten-Relation beiträgt.
Als Grand-Winner zusätzlich gefeiert wurde MANN+HUMMEL GmbH.
In der Kategorie “Business Transformation – Cloud”
zeigte sich die Jury erneut über vier Gewinner begeistert, deren Großprojekte jedem Qualitätsmaßstab gerecht wurden. Und hier sind sie:
- Im Geschäftsbereich Leichtmetallguss realisierte die Handtmann Service GmbH & Co. KG im Stammwerk Biberach innerhalb von 19 Monaten ein Transformationsprojekt von strategischer Tragweite. Auf Basis von SAP S/4HANA PCE wurden alle Kernprozesse – von Fertigungssteuerung und Qualität über Logistik und Außenhandel bis Finance – vollständig End-to-End gedacht und integriert. Hierbei kamen SAP Extended Warehouse Management, SAP Global Trade Solutions, SAP Analytics Cloud & BW/4HANA sowie SAP Mobile Start zum Einsatz. Der innovative Ansatz schuf hochintegrierte, transparente Prozessketten und steigerte nachhaltig die wirtschaftliche Resilienz der E2E-Prozesse im internationalen Produktionsverbund.
- Die RATIONAL AG hat gemeinsam mit der All for One Customer Experience GmbH zentrale Prozesse rund um eCommerce-Bestellungen, Produktkonfiguration und Auftragsbearbeitung neu aufgestellt und auf Basis von SAP-Lösungen implementiert. Dazu wurden SAP Commerce Cloud, SAP Variant Configuration and Pricing sowie die SAP Integration Suite eingeführt und SAP S/4HANA mit Variantenkonfiguration (SAP LO-VC) weiterentwickelt und integriert. Auch die Anbindung branchentypischer Non-SAP-Systeme war wesentlicher Projektbestandteil für 22 Verkaufsorganisationen mit Marktabdeckung in 128 Ländern. Der erste Go-Live wurde nach 28 Monaten erreicht; anschließende Rollouts führten zu messbaren Geschäftseffekten, spürbaren internen Effizienzgewinnen, einer skalierbaren zentralen Plattformarchitektur und nachhaltigem Geschäftswert.
- Gemeinsam mit ihrem Partner, der All for One HR GmbH, hat die SIGNAL IDUNA Gruppe in 16 Monaten rund 100 HR-Prozesse für den Konzern und acht Tochterunternehmen erfolgreich in das SAP SuccessFactors Employee Central (EC) Service Center überführt und alle HR bezogenen Informationen und Prozesse in WorkZone zentralisiert. EC wurde zum lesenden Stammdatensystem implementiert und SAP Cloud Platform Integration zur Prozessintegration genutzt. Unter hoher Nutzerakzeptanz wurde die Komplexität mittels eines zentralen Portals und eines transparenten Ticket-System reduziert und die Produktivität dadurch gesteigert. Mit der zukünftig geplanten Einführung von EC als stammdatenführendes System, wird ein weiterer Meilenstein zur Digitalisierung erreicht werden und damit die Plattform weiter gestärkt und etabliert.
- Die Stern-Wywiol Gruppe GmbH & Co. KG realisierte gemeinsam mit ihrem Partner Innovabee Group GmbH & Co. KG erfolgreich die Transformation auf SAP S/4HANA Private Cloud – als zentralen Clean Core für neun internationale Geschäftseinheiten. In 2,5 Jahren entstand eine standardisierte Template-Lösung als Basis für effiziente, globale Rollouts. Durch den gezielten Einsatz eines Two-Tier-Ansatzes mit RISE und GROW wurden zudem Public Cloud Services nahtlos integriert. Das Ergebnis: eine durchgängig vernetzte Prozesslandschaft, eine hochskalierbare ERP-Plattform sowie maximale Transparenz und Datenverfügbarkeit. Damit schafft die Stern-Wywiol Gruppe die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und die Nutzung innovativer SAP-Technologien inklusive KI-basierter Anwendungen.
Als Grand-Winner wurde die Rational AG gekürt.
Zum Abschluss gibt die Leiterin der Quality Awards Deutschland, Irini Kalamaris ausdrücklich auch den hier nicht zum Zuge gekommenen und grade im diesjährigen Wettbewerb dennoch herausragenden Projekten mit auf den Weg: „Als Jury bedanken wir uns für den erneut gewachsenen Zuspruch zu den SAP Quality Awards, vor allem sichtbar über die aktive Vermittlung der jeweiligen Projektpartner. Dies spornt uns an, dieses Format mit jedem Jahr weiter zu entwickeln“.
Wir wünschen den Gewinnern und ihren Partnern besten Erfolg und hoffen, dass wir die weitere Entwicklung ihrer wertvollen Projekterfahrungen in ihren jeweiligen Unternehmen mit dem Award zusätzlich angeregt haben.



